KURT ERZÄHLT WAS ZU DEN LP-TRACKS...

1. INTRO - Wenn Primo Ansagen macht… Ich glaube, der Mann rappt selbst nicht, weil er in einem Interlude schon das sagt, wofür andere ein Album brauchen. Wir brauchten dafür auch ein Album. Auf einem meiner Zehn-Minuten-Beats ließ ich Primo schon mal im Intro klarstellen, dass ihr alle wack seid. Vielleicht macht er ja mal ein Spoken-Word-Album.

2. PORNOFILMAESE - Der erste Track des Albums ist repräsentativ für Huss & Hodn. So hat Rap irgendwann mal geklungen und wir sind der Meinung, er darf es immer noch. Boom Bap-Beat, Punchlines und Scratches, danke!!!  Die ****-Platte (das müssen wir zensieren Kurt), von der das Piano stammt, habe ich wohl schon hundertmal gesamplet! Wie sagten die Hieroglyphics? „Hip Hop is vintage“.

3. YO, KURT! - „Hulk Hodn’s Beats sind nich so gut abgemischt.“ „Er rappt wie Sido.“ „Kurt macht schon einen auf Jay Z.“ „Dass ihr so viele AKA’s habt, is schon MF DOOM-mäßig“. „Rapp’ doch mal deep!“ „Du bist dope. Deine Mucke erinnert mich voll an Berliner Untergrund.“ Alles schon gehört! Schnauze!

4. RADIOWECKER - Endlich! Der erste Hulk Hodn-Beat auf dem Album!!! In Deutschland klingen immer alle gleich, je nachdem ob gerade Primo oder Lil John angesagt ist. Wir nicht. Der Refrain ist an ein Stieber Twins-Zitat angelehnt. Bis wir den neuen Dipset-Style verstanden haben, muss eine Rückbesinnung auf alte Werte reichen! Zeitlos.

5. STRASSENRAEP - Eine Hommage an Jeru the Damaja’s „The Bullshit“ auf einem Hulk Hodn-Beat. Schon die Geto Boys wussten: „Damn, it feels good to be a gangster.“

6. GANGSTERBERUF - Wer ist dieser Curse? Was ist Conscious Rap? Was ist Gangsterrap? Ich will es gar nicht wissen. Ich mag Beats und Flows. Mit Fifty’s Muskeln und Einschusslöchern kann ich nichts anfangen. Mit seinen Beats oder seinen Flows auch nicht. Ende der Diskussion!

7. ROKIN´ - Ich glaube, zu der Zeit in der ich diesen Beat machte, habe ich viel Dizzee Rascal gehört. Als ich bei Edgar Wollust in irgendeiner Zeitschrift blätterte, las ich wohl so was wie: „Ich pinkel dir ans Bein und sage dir, es regnet.“ Das erinnerte mich an meinen Rap.

8. HURENSOHNOLOGIE - Das is der typische H.U.S.-Track. Ohne Sinn, ohne Aussage, aber verdammt fresh! Hulk Hodn am Beat und am Cut. Sceme (früher mal Cool Clique) war beim Aufnehmen dabei. Es war lustig. Wo is der eigentlich?

9. HAST DU EINEN CUT? - Zwei Plattenspieler und ein Mikrofon sollten reichen. Fuck a hook. Des (aka Hulk Hodn), hast du einen Cut?

10. STELLDICHNICHSOAN - Der erste Track, den wir im damals neuen „Hodnsack“ (-Studio) am Babarossaplatz aufnahmen. Muss ein Track drei 16er und ne Hook haben? Stell dich nich so an!!! Der Retrogott unterstützt Hodn an der MPC…next Level!

11. FRESH UND UNBEKANNT - Wie der Hodn dieses ******-Sample (schon wieder zensiert) zerfickt hat, meine Cuts am Schluss, all das bringt mich auf ein Big Daddy Kane Zitat: „I don’t brag, but damn i’m good!“. Alle hängen Managern und Labels am Arsch um einen Deal zu kriegen, Cash zu machen, es allen zu zeigen. Ich bleib lieber „Fresh und Unbekannt“.

12. PAPPMENSCH - „Not even death can separate the love“ (MF Grimm).

13. VIEL STRESS feat. SYLABIL SPILL - Der Radira, Der Wittwenmacher, Der Aufnehmer, DIE BELEIDIGA. Der Tod auf sechs Beinen. Das einzige Feature ist bedacht gewählt. Ausserdem war Noy Riches zu teuer. Retrogott am Beat.

14. JETZT SCHÄMST DU DICH! - Der Titeltrack! Sensation! Dieses Keyboard zeugt von soviel Raffinesse, dass sogar Scott Storch ganz geil wird. Jetzt noch n paar Durags und New Era-Caps auf die Köpfe, Typen mit Basies, Karren und Nutten ins Video und wir sind im Game… Schämt euch!!!

15. NICH SO SCHWUU - Den Beat haben Hulk Hodn und ich zusammen gemacht. Wir konnten uns nicht für eine Snare entscheiden. Der Vorgänger dieses Tracks ist auf „Unprofessionelle Musik 1“ zu hören. Der Track bläst deiner Freundin frischen Wind unter den Rock und Lord Finesse weiß, was ich meine.

16. RAPPER WIE - Diss-Eskapaden, Ghostwriting, Beats von irgendwelchen Amis kaufen und Duette mit drittklassigen R&B-Artists machen, Diskussionen darüber ob man eher Street-, jiggy- oder backpackermäßig abgeht…wundersame Erzeugnisse der deutschen Rapszene im zweiten Jahrtausend nach Jesus... Ich will kein „Rapper Wie“ ihr sein!!!

17. DER ERSTE - „Der Erste“ sollte eigentlich der erste Track auf dem Album werden. Er ist jetzt Nummer 17 und immer noch dope! Ein Zwei-Takte-Loop, der ewig weitergeht! Punchlines en masse.

18. INTERLUDE - Wir lieben unsere MPC 2000, die Yamaha Sample Unit 700 und die 1210er. Wir hassen die unfreundlichen Typen auf Flohmärkten und die unverschämten Apotheker in den Plattenläden, doch Wir lieben all die abgewichsten Jazz-, Funk- und Soulplatten. Wie Madlib sagt: „I’m makin beats every day of the week”. Jay Dilla, Rest in Peace!!!

19. OUTRO - Das war nur der Anfang.